Die Begegnung mit dem Anderen inmitten der Gewalt
Die Botschaft der sieben Mönche von Tibhirine
ARMAND VEILLEUX OCSO
Einleitung
Der vorliegende Text ist eine leicht erweiterte
und ins Deutsche übersetzte Fassung eines Beitrags von Abt Armand Veilleux
OCSO, der 2016 in EI-Kalima erschienen ist[1]. l Pater Veilleux nimmt das christliche Zeugnis
und Selbstverständnis der Trappistengemeinschaft von Tibhirine in Algerien in
den Blick und bettet es in die schwierige Geschichte Algeriens der vergangenen
Jahrzehnte ein. Sieben Mönche, darunter auch der Prior Christian de Chergé,
wurden im Frühjahr 1996 aus dem Kloster Tibhirine entführt und ermordet.
Zusammen mit zwölf weiteren Christinnen und Christen, die in den Jahren
1994—1996 im Zuge des algerischen Bürgerkrieges (1991—2002) wegen ihres
Glaubens gestorben sind, wurden die Mönche von Tibhirine am 8. Dezember 2018 in
Oran (Algerien) seliggesprochen[2]
Im Mai 2000 hatte der damalige Papst
Johannes Paul II. ein Gebetstreffen initiiert, um der Märtyrer des 20.
Jahrhunderts zu gedenken[3]. Hier
wurde von den Hinterbliebenen der 19 Ermordeten und ihren Kongregationen (neben
den Trappisten u. a.auch die Weißen Väter) erstmals darauf hingewirkt, die
Seligsprechung zu prüfen und einzuleiten. Ganz bewusst wollten die algerischen
Bischöfe, dass die Seligsprechung in Algerien gefeiert wird. Wie die Bischöfe schreiben[4] soll
so die Verbundenheit der Märtyrer mit ihren algerischen Brüdern und Schwestern
ausgedrückt werden, die Zeugen einer grenzenlosen Brüderlichkeit und einer
unterschiedslosen Liebe sind. Auch der 99 Imame, die sich der Gewalt
entgegenstellten und dadurch ihr Leben verloren, soll so gedacht werden.
Insgesamt soll die Verbindung der christlichen Märtyrerinnen und Märtyrer mit
den algerischen Opfern des Bürgerkriegs zum Ausdruck kommen.
Vor einigen Jahren hatte CIBEDO bereits
anlässlich des Films von Xabier Beauvois „Von Menschen und Göttern"
(Frankreich, 2010) einige Texte zu der Gemeinschaft von Tibhirine
veröffentlicht[5]. Darunter
befindet sich auch eine deutsche Übersetzung des Testaments von Tibhirine, das
der Prior Christian de Chergé seiner Familie überlassen hatte und auch im Text
von Pater Veilleux genau betrachtet wird[6]. Der
Text ist ein eindrückliches Zeugnis der Gemeinschaft von Tibhirine und ihres
Engagements im muslimischen Algerien.[7]
Inzwischen liegt es schon beinahe 23 Jahre
zurück, dass eine Gruppe von sieben Trappistenmönchen in Algerien entführt und
anschließend getötet wurde. Ihre Entführung, ihre Gefangenschaft und
schließlich ihr Tod riefen in der gesamten westlichen Welt bei Muslimen wie
Christen lebhafte Emotionen hervor und wurden nahezu einhellig verurteilt.
Ich will zunächst ganz kurz an die Fakten
erinnern, die im Übrigen hinlänglich bekannt sein dürften: In der Nacht vom 26.
auf den 27. März 1996 drang eine Gruppe bewaffneter Männer in das Kloster
Notre-Dame de l'Atlas im algerischen Tibhirine ein und verschleppte die sieben
Mönche, die sie dort fanden. Nach einer langen Wartezeit von etwa einem Monat,
in der man weder von ihnen noch von ihren Entführern irgendetwas hörte,
reklamierte die Groupe Islamique Armé („Bewaffnete islamische Gruppe",
GIA) in einer ersten, von einem GIA-Anführer namens Dj amel Zitouni
unterzeichneten Botschaft die Entführung der Mönche für sich und bot dem
Präsidenten der Französischen Republik an, sie im Austausch gegen inhaftierte
Islamisten freizulassen. Nach einem weiteren Monat des Wartens, in dessen
Verlauf diverse Verhandlungen stattfanden, über die bis heute keine völlige
Klarheit herrscht und die erfolglos waren, verkündete eine zweite Mitteilung
ihren Tod. Die Exequien wurden gemeinsam mit denen des kurz zuvor verstorbenen
Kardinals Duval einige Tage später in der Kathedrale von Algier gefeiert. Man
begrub die Mönche auf dem Friedhof des Klosters in Tibhirine — im Beisein der
ausnahmslos muslimischen Ortsbevölkerung, die sie geliebt hatte und nun ihren
Tod beweinte.
Das ist natürlich eine nur sehr kurze
Zusammenfassung der Ereignisse. Bei ihrer Interpretation dürfen wir uns, wie
ich glaube, von dem Testament des Priors der Gemeinschaft von Tibhirine, Dom
Christian de Chergé, inspirieren lassen, der einer der sieben ermordeten Mönche
war. Dieses geistliche Testament, das zwei Jahre vor den Ereignissen verfasst
und am Pfingstsonntag 1996, einige Tage nach der Beisetzung der Mönche,
eröffnet wurde, zählt zweifellos zu den schönsten Texten der religiösen
Literatur des 20. Jahrhunderts. Die ersten Zeilen dieses Testaments stecken
sofort den Rahmen für unsere Analyse ab•[8]
Wenn ich eines Tages — und das könnte
schon heute sein — ein Opfer des Terrorismus werden sollte, der sich nun gegen
alle in Algerien lebenden Fremden zu richten scheint, so möchte ich, dass meine
Gemeinschaft, meine Kirche und meine Familie sich daran erinnern, dass mein
Leben Gott und diesem Land hingegeben war. .] Sie mögen diesen Tod im
Zusammenhang mit den vielen anderen ebenso gewaltsam Umgekommenen sehen, die
unbeachtet und namenlos bleiben.
Christian ist ein Mönch, der sich
entschieden hat, die Gemeinschaft mit Gott in der Einsamkeit zu leben. Er weiß
aber auch, dass eine echte Gemeinschaft mit Gott nicht möglich ist ohne eine
ebenso echte Gemeinschaft mit seinen Brüdern, mit der Kirche und mit der
Gesellschaft. Er bleibt in jeder Hinsicht mit denen verbunden, die er nicht
ohne Zärtlichkeit meine Gemeinschaft, meine Kirche und meine Familie nennt.
Sein Leben war nicht einfach „Gott gegeben"; diese Gabe an Gott
verkörperte eine Gabe an „dieses Land", Algerien, das er so sehr liebte.
Und schließlich vergisst er auch nicht, dass er, sollte er der Gewalt zum Opfer
fallen, die damals in Algerien tobte, nur einer von Tausenden sein würde, die
dieser selben Gewalt zum Opfer gefallen waren.
Dieser Text wurde in einem ganz bestimmten
Kontext der algerischen Tragödie abgefasst. Er trägt zwei Daten:
Algier, den 1. Dezember 1993" und
„Tibhirine, den 1. Januar 1994". Das erste Datum entspricht dem Zeitpunkt,
als die GIA nach den Anschlägen auf die Pariser U-Bahn und der
Geiselnahme in einem französischen Airbus,
die auf dem Marseiller Flughafen ein blutiges Ende gefunden hatte, alle Fremden
unter Todesdrohungen aufforderte, Algerien zu verlassen. An diesem Tag
verfasste Christian die erste VerSion seines Testaments. Seine endgültige
Fassung erhielt der Text einen Monat später. In der Zwischenzeit hatten sich
verschiedene tragische Vorfälle ereignet. Zuerst hatte man in Tamesguida,
wenige Kilometer vom Kloster entfernt, zwölf christliche Arbeiter aus Kroatien
massakriert; und am Abend des 24. Dezember waren sechs Islamisten ins Kloster
gekommen und hatten Ansprüche und Forderungen gestellt. In den darauffolgenden
Tagen hatten die Mönche lange gemeinschaftlich darüber nachgedacht, ob es
besser sei, zu bleiben oder zu gehen. Schließlich hatten sie sich einmütig zum
Bleiben entschieden. Einer der Gründe, weshalb sie bleiben wollten, war ihre
Solidarität mit der örtlichen Bevölkerung.
In den darauffolgenden Jahren wurden
einige Bücher und Artikel darüber geschrieben, was diese Mönche inmitten der
algerischen Bevölkerung erlebt und welchen Beitrag sie und insbesondere der Prior
der Gemeinschaft, Pater Christian de Chergé, zum interreligiösen Dialog
geleistet hatten. Gleichzeitig begannen einige Personen, die den Mönchen in den
letzten Jahren nahegestanden hatten, und einige international angesehene
Journalisten nach den wirklichen Umständen ihrer Entführung, ihrer
Gefangenschaft und ihres Todes zu fragen.
Sieben Jahre nach der Tragödie von
Tibhirine hatte man weder in Algerien noch in Frankreich polizeiliche
Ermittlungen aufgenommen. Das war umso erstaunlicher, als Frankreich
normalerweise jedes Mal, wenn irgendwo auf der Welt ein französischer
Staatsangehöriger getötet oder als Geisel genommen wird, unverzüglich eine
gerichtliche Untersuchung einleitet. In diesem Fall hatte es keine Untersuchung
gegeben. Die offizielle Version besagte ganz einfach, dass eine der zahlreichen
Zellen der GIA unter ihrem Anführer Djamel Zitouni die Mönche entführt und
anschließend hingerichtet habe. Daraufhin erstatteten mehrere Angehörige eines
der Mönche gemeinsam mit mir bei der französischen Justiz „Anzeige gegen
Unbekannt" und erreichten es, dass strafrechtliche Ermittlungen
aufgenommen wurden. Diese Ermittlungen weckten erneut das Interesse an der
Gemeinschaft von Tibhirine und an den Umständen ihres Lebens inmitten der
algerischen Bevölkerung.
Damals hatte der französische Produzent,
Regisseur und Drehbuchautor Etienne Comar die Idee, einen Film zu produzieren,
der über alle diese Ermittlungen hinausgehen und dem nachspüren würde, was
jeder der Mönche in seinem Innersten und was sie alle zusammen als Gemeinschaft
erlebt hatten. Étienne Comar verfasste das Drehbuch, Regie führte Xavier
Beauvois, und das Resultat war der Film Von Menschen und Göttern, den Sie
wahrscheinlich alle gesehen haben.
Dieser Film ist keine Dokumentation,
sondern ein Spielfilm, der sich aber um größtmögliche Nähe zum realen Geschehen
bemüht und die Beziehungen, die die Gemeinschaft von Tibhirine in den letzten
drei Jahren ihres Bestehens zur örtlichen Bevölkerung unterhalten hat, sehr
treffend beschreibt. Der Erfolg ließ nicht auf sich warten. Der Film wurde 2010
auf dem Festival von Cannes prämiert, als französischer Kandidat für die
OscarVerleihung ausgewählt und am 23. Februar 2011 mit dem César für den besten
Film ausgezeichnet. Mitte Oktober, wenige Monate nach Erscheinen, hatten ihn
bereits zwei Millionen Zuschauer gesehen.
Dieser Film trug maßgeblich dazu bei,
Tibhirine und die Situation in Algerien auf der ganzen Welt bekannt zu machen.
Und als man begann, sich mit einer möglichen Seligsprechung der Mönche von Tibhirine
zu befassen, konnte man auch nicht länger darüber hinwegsehen, dass viele
weitere Ordensleute und Priester zur gleichen Zeit in Algerien ihr Leben
gelassen hatten und dass man die einigen Dutzend christlicher Opfer nicht von
den 200.000 oder 250.000 algerischen Muslimen trennen konnte, die derselben
Gewalt zum Opfer gefallen waren. Deshalb wurde schon recht bald entschieden,
dass anstelle mehrerer Seligsprechungsprozesse nur eine einzige Causa eröffnet
werden sollte, in der alle christlichen Opfer zusammengefasst wurden. Der
Diözesanprozess wurde im Bistum Algier eröffnet und zügig vorangetrieben.
Anschließend ging die Sache nach Rom, und schließlich wurden am 8. Dezember
2018 Pierre Claverie und seine 18 Gefährtinnen und Gefährten in Oran seliggesprochen.
Zu diesen 18 Gefährtinnen und Gefährten aus acht verschiedenen Ordensfamilien,
die sich allesamt dem Dienst am algerischen Volk gewidmet hatten, gehören auch
unsere sieben Mönche von Tibhirine.
Wenn die Kirche Menschen selig- oder, in
einem weiteren Schritt, heiligspricht, dann erklärt sie nicht einfach, dass
diese Menschen im Himmel sind und sich der ewigen Glückseligkeit erfreuen: Sie
stellt sie dem Volk Gottes und der ganzen Menschheit als Beispiel vor Augen.
Papst Franziskus hat die Mönche von Tibhirine in einem kürzlich
veröffentlichten Schreiben über die Heiligkeit als Beispiel für eine
gemeinschaftliche Heiligkeit genannt.[9] Denn
es ist die Gemeinschaft von Tibhirine, die - eben als Gemeinschaft — zum
Vorbild erklärt wird. Analog dazu könnte man sagen, dass durch die
Seligsprechung der 19 Märtyrer von Algerien am 8. Dezember des letzten Jahres
eine ganz bestimmte Ortskirche, nämlich die Kirche von Algerien, als Vorbild
hingestellt worden ist.
Um das Leben unserer 19 Seligen zu
verstehen, müssen wir kurz innehalten und uns mit der Geschichte befassen, die
diese Kirche von Algerien im Lauf der Jahrhunderte und insbesondere seit der
Unabhängigkeit durchlebt hat.
Zu Lebzeiten Tertullians, Cyprians von
Karthago und Augustinus' von Hippo florierte das Christentum in Nordafrika.
Dieser Teil von Afrika war damals römische Kolonie. Als Augustinus starb,
standen die Barbaren vor den Toren Karthagos und die lateinische Kirche
Nordafrikas überlebte den Zusammenbruch des römischen Westreichs nur um kurze
Zeit. Als die muslimischen Invasoren kamen, war sie schon so gut wie
verschwunden. Während der französischen Kolonialzeit gründeten die Trappisten
in Staouëli, 17 Kilometer westlich von Algier, eine erste Niederlassung in Nordafrika.
Dieses Kloster, das 1843, 13 Jahre nach der Eroberung Algeriens durch die
Franzosen, als Ableger der Abtei von Aiguebelle gegründet worden war, gelangte
aufgrund seiner raschen Entwicklung zu einer gewissen Berühmtheit. Allerdings
war es, was seinen Geist und die Herangehensweise vor Ort betraf, sehr eng mit
dem Kolonialsystem verbunden. Um einen ungefähren Eindruck von dieser
kolonialen Mentalität zu vermitteln, muss man nur erwähnen, dass 1832, zwei
Jahre nach der Eroberung Algeriens, die große KetschawaMoschee, die
prestigeträchtigste muslimische Kultstätte von Algier, durch das französische
Expeditionskorps besetzt und in eine katholische Kathedrale umgewandelt wurde.
Als auf dem Minarett das Kreuz aufgerichtet und die französische Flagge gehisst
wird, werden vom Festland und vom Meer aus Kanonensalven abgefeuert.
Als die Gemeinschaft von Staouëli 1904
geschlossen wurde, gingen die Mönche nach Maguzzano in Italien. NotreDame de
l'Atlas, eine neue Gemeinschaft mit einem völlig anderen Stil und Geist, wurde
etwa 30 Jahre später in der Nähe der Stadt Medea gegründet. Doch obwohl
Staouëli in dem bereits erwähnten kolonialen Geist gegründet worden war, weiß
man aus den Archiven der Gemeinschaft, die in der Abtei von Aiguebelle
aufbewahrt werden und von Bernard Delpal durchgesehen worden sind, dass die
Gemeinschaft sich der örtlichen Bevölkerung nahe fühlte und bereits gute
Beziehungen zu ihr unterhielt[10] Diese
Archive zeigen, dass zwischen Staouëli und Tibhirine eine größere Kontinuität
bestand, als gemeinhin angenommen. Wie viele der im 19. oder zu Beginn des 20.
Jahrhunderts entstandenen Klöster war die Gemeinschaft Notre-Dame de l'Atlas
(Tibhirine) zunächst ein Zufluchtsort. 1934 hatte eine Gruppe von Mönchen aus
dem Kloster Notre-Dame de la Délivrance in Slowenien aus Angst, von dort
vertrieben zu werden, ein Refugium in Ouled-Trift eröffnet, das 1935 nach Ben
Chicao und 1938 ins sieben Kilometer von Tibhirine entfernte Medea verlegt
wurde. Die Archive von Aiguebelle verraten uns einige überaus wichtige
Einzelheiten. Zunächst begibt sich die kleine Schar der Slowenienflüchtlinge am
9. März 1934 nach Maguzzano, um mit den letzten Mönchen von Staouëli
zusammenzutreffen, die Algerien 30 Jahre zuvor verlassen hatten, und so eine
gewisse Kontinuität zwischen den beiden Gemeinschaften zu gewährleisten.
Anschließend verbringen sie einige Tage in Aiguebelle und treffen Ende März bei
den Weißen Vätern von Maison-Carrée (EI-Harrach in der Nähe von Algier) ein.
Sie lassen sich auf dem Grundstück nieder, das man ihnen zugewiesen hat: in
etwas über 1000 Meter Höhe und in eisiger Kälte. Mit der Hilfe von 18
arabischen Arbeitern beginnen sie den Boden urbar zu machen und eine Kapelle zu
bauen. In den Archiven findet sich der folgende, meiner Meinung nach
außergewöhnliche Satz: »Die Einheimischen von Baraouaghia [ . . .]
interessierten sich sehr für die Trappisten, denn die meisten von ihnen hatten
Staouëli mehr oder weniger gut gekannt.« Es ist also offensichtlich, dass die
Kontinuität zwischen den beiden Gemeinschaften im Gedächtnis der örtlichen
Bevölkerung ebenso fest verankert war wie in der Erinnerung der Mönche von
Staouëli. - Man darf hoffen, dass ein ähnliches Phänomen eines Tages auch eine
neue Blüte des trappistischen Lebens in Tibhirine ermöglichen wird.
Man könnte auch noch eine weitere,
gänzlich materielle, aber deswegen nicht bedeutungslose Form der Kontinuität
zwischen den beiden Gemeinschaften ansprechen. Nachdem sie es 1934 zunächst in
Ouled-Trift versucht hatten und dann 1935 nach Ben Chicao umgezogen waren,
ließen sich die slowenischen Mönche, wie soeben gesagt, schließlich 1938 im
sieben Kilometer von Medea entfernten Tibhirine nieder; zeitgleich wird die
Niederlassung von der Gemeinschaft von Aiguebelle als Tochtergründung
anerkannt. Der Abt von Aiguebelle, Dom Bernard Delauze, beschließt, das Anwesen
von Maguzzano zum Preis von einer Million Lire zu verkaufen, um den Kauf des
Grundstücks in Tibhirine zu finanzieren. Im September 1938 genehmigt das
Generalkapitel den Verkauf von Maguzzano und beschließt die kanonische
Errichtung der Gemeinschaft von Tibhirine.
Diese kanonische Errichtung wird am 24.
November 1938 vom Heiligen Stuhl approbiert. Der Kreis schließt sich. Ergänzend
sei noch gesagt, dass dieselbe Glocke, die in Staouëli zum Chorgebet gerufen hatte,
nun auch in Tibhirine zum Chorgebet ruft. Überdies ist eine der ersten
Berufungen in Tibhirine ein Mann, der zum Zeitpunkt der Schließung in Staouëli
Postulant gewesen war und der nun, da die Trappisten zurückgekehrt sind, seine
Berufung nach 30 Jahren wiederaufnimmt. Und schließlich ist es der Mühe wert,
einen letzten Eintrag aus den Büchern der Gemeinschaft zu zitieren. Als die
Mönche Ben Chicao, wo sie nur knapp drei Jahre gelebt hatten, endgültig
verlassen, um nach Tibhirine zu gehen, notiert der Chronist, dass die
Bevölkerung „nicht ohne Tränen" herbeigeströmt sei, „denn die Araber
hatten uns liebgewonnen".
Dass die Gründer von Tibhirine slowenische
Flüchtlinge waren, ist nicht ohne Belang, denn es bedeutet, dass sie nichts mit
irgendeiner kolonialen Unternehmung zu tun hatten. Sicherlich ist es zum Teil
auch diesen demütigen Anfängen geschuldet, dass die Gemeinschaft mit der
örtlichen Bevölkerung Beziehungen der Freundschaft und Zusammenarbeit knüpfte
und von dieser gewissermaßen adoptiert wurde. Dank dieser Verbindung zur
örtlichen Bevölkerung konnte die Gemeinschaft den algerischen
Unabhängigkeitskrieg ohne große Schwierigkeiten überstehen. Einer der Mönche,
Bruder Luc, wurde zwar von der Front de Libération Nationale (»Nationale
Befreiungsfront«, FLN) als Geisel genommen, aber nach einigen Tagen — sobald
man wusste, wer er war — wieder freigelassen.
Dieser Bruder, der Arzt war, hatte die
Entwicklung der Gemeinschaft und vor allem ihre Eingliederung in die örtliche
Gesellschaft lange vor der Unabhängigkeit Algeriens maßgeblich beeinflusst.
1914 geboren, hatte er noch als Kind die entsetzliche Brutalität des Ersten
Weltkriegs und die Leiden der Nachkriegszeit kennengelernt. Dann, als junger
Arzt, lernte er die Brutalität des Zweiten Weltkriegs kennen, in dessen Verlauf
er sich als Freiwilliger meldete, um die Häftlinge in den Konzentrationslagern
der Nazis zu pflegen. Später trat er in die Abtei von Aiguebelle in Frankreich
ein und kam 1946 nach Algerien. Gleich nach seiner Ankunft eröffnete er auf dem
Gelände des Klosters eine Ambulanz, in der er von da an bis zu seinem Tod 1996
- also ein halbes Jahrhundert lang — jeden, der zu ihm kam, ungeachtet seiner
Nationalität, politischen Zugehörigkeit oder Religion medizinisch versorgte.
Alle liebten und respektierten ihn, weil alle sich von ihm geliebt und
respektiert wussten. Anfangs diente seine Ambulanz als Ersatz für die nicht
existierenden öffentlichen Gesundheitsdienste. Dass die Menschen auch nach der
Einrichtung anderer öffentlicher Ambulanzen und Krankenhäuser in der Region
weiterhin zu ihm kamen, lag daran, dass dieser Arzt nicht nur mit seinen
Diagnosen beinahe immer ins Schwarze traf, sondern zudem ein Mann Gottes war,
der mit seiner sehr menschlichen und zugleich sehr übernatürlichen Lebensweise die
pastorale Fürsorglichkeit des Gottessohnes verkörperte. Mit einer großen
inneren Freiheit und einem entwaffnenden Sinn für Humor begabt, hatte er vor
nichts und niemandem Angst. Keine Drohung, wer auch immer sie ausstoßen mochte,
hätte ihn daran hindern können, bis zum Ende und selbst unter Einsatz seines
Lebens Zeugnis abzulegen von der allumfassenden Liebe zu jenen, die der Pflege
bedürfen.
Im selben Jahr 1946, in dem Bruder Luc
nach Tibhirine gekommen war, kam auch ein Mann nach Algerien, der die dortige
Kirche und die Gemeinschaft von Tibhirine zutiefst prägen sollte: der Bischof
von Constantine (und spätere Kardinal) Léon-Étienne Duval. 1954, gegen Ende der
Kolonialzeit, zum Erzbischofvon Algier ernannt, hatte er sich, obwohl ihn
nichts auf eine derart komplexe Situation vorbereitet zu haben schien, als der
Mann der Stunde erwiesen. Während des Unabhängigkeitskrieges erwarb er sich den
Respekt aller Beteiligten mit Ausnahme der Extremisten der einen wie der
anderen Seite, als er sich zu der Überzeugung bekannte, dass alle — Algerier
und Franzosen, Muslime und Christen — die Chance hätten, als Brüder und in
Harmonie zu leben. Unablässig verurteilte er die Gewalt — alle Arten von
Gewalt, von welcher Seite sie auch kommen mochten. Diese klare Positionierung
war äußerst gefährlich, und es ist ein Wunder, dass man ihn nicht eliminiert
hat. Gott wollte, dass er bis ins fortgeschrittene Alter und noch lange nach
Niederlegung seiner offiziellen Ämter ein getreuer Zeuge dieser besonderen Form
des christlichen Bekenntnisses blieb. Die Mönche von Tibhirine waren eine
Verkörperung des Zeugnisses, das er selbst sein gesamtes Episkopat hindurch
gelebt hatte; und ganz sicher hat der tiefe Schmerz über das scheinbare
Scheitern jenes Miteinanders in allseitiger Geschwisterlichkeit, das er sich
für Algerien gewünscht hatte, unmittelbar zu seinem Tod geführt.
Ich möchte an dieser Stelle noch ein
Detail aus dem Leben Kardinal Duvals erwähnen, das mir wichtig erscheint. Der
junge Seminarist Léon-Etienne Duval absolvierte sein Theologiestudium zwischen
1926 und 1928 am französischen Seminar von Rom. In dieser Zeit wird das Seminar
von einer tiefgreifenden Krise erschüttert: Studenten wie Professoren sind in
zwei Lager gespalten. Eine Gruppe schart sich um den Oberen des Seminars, einen
gewissen Abbé Henri Le Floch, und widersetzt sich Papst Benedikt XV., um die
Actionfrançaise und die Ideen von Maurras und Daudet zu verfechten. Dieser
Denkschule zufolge erfordert der Fortschritt des christlichen Glaubens in der
Kirche wie in der Gesellschaft eine monarchische Regierungsform und mithin eine
autoritäre Macht. Demgegenüber war die andere Denkschule von einem konziliaren,
synodalen oder kollegialen Ansatz geprägt. Dieser zweitgenannten Strömung
folgte der junge Duval, während einer seiner Mitstudenten, ein gewisser Marcel
Lefebvre, sich dem ersten Lager anschloss. Beide wurden später Erzbischöfe in
Afrika, der eine in Dakar, der andere in Algier. Beide nahmen am Zweiten
Vaticanum teil. Lefebvre verdanken wir ein Schisma. Duval verdanken wir die
Kirche von Algerien, wie sie sich in den 19 Märtyrern ausdrückt, die am 8.
Dezember 2018 seliggesprochen worden sind, und wie sie durch diese
Seligsprechung der gesamten Kirche als Vorbild vor Augen gestellt worden ist.
Nach dem Unabhängigkeitskrieg hatte sich
die Situation der Christen in Algerien von Grund auf verändert. Die Kirche von
Algerien, die zu einem sehr großen Teil aus Franzosen oder „Pieds-noirs"
bestand, schrumpfte durch den massiven Exodus dieser beiden Gruppen nach
Frankreich auf einen ganz kleinen Rest zusammen. In diesem Algerien, wo jede
Form des religiösen Proselytismus verboten war, beschränkte sich die
christliche Evangelisierung aufs Wesentliche: die Botschaft des Evangeliums
durch Freundschaft, Teilhabe und gegenseitige Hilfe im alltäglichen Leben zu
bezeugen. Die 19 christlichen Märtyrer, die am 8. Dezember 2018 in Oran
seliggesprochen worden sind, lebten inmitten dieses Volkes, an dessen Nöten und
Hoffnungen sie teilhatten und zu dem sie Beziehungen der Freundschaft und
gegenseitigen Achtung geknüpft hatten. Es ist bezeichnend, dass beinahe alle an
ebendem Ort getötet worden sind, wo sie für ihre algerischen Brüder und
Schwestern und mit ihnen gelebt und gearbeitet haben. Pierre Claverie wurde
gemeinsam mit einem Algerier, dessen Mutter der Seligsprechung in Oran
beiwohnte, an der Tür seines Bischofssitzes getötet. Bruder Henri Vergès und
Schwester Paul-Hélène Saint-Raymond sterben in der Diözesanbibliothek von
Algier, in der Tausende von Jugendlichen aus dem dicht besiedelten
Kasbah-Viertel ein- und ausgehen. Die vier Weißen Väter von Tizi OUzoU sterben
in ihrer Wohnung mitten in dem Viertel, wo sie gearbeitet haben. Alle anderen
Opfer starben im Kugelhagel auf dem Weg zur Messe oder auf dem Rückweg von
dort, in den Armenvierteln, wo sie sich dem Dienst an allen gewidmet hatten.
Was die Gemeinschaft von Tibhirine betraf,
so stellte die neue Situation, die mit der Unabhängigkeit entstanden war, ihre
Existenz infrage. Zum Christentum zu konverfieren war, zumindest wenn man sich
offen dazu bekennen wollte, nahezu unmöglich geworden. Die örtliche
Nachwuchsarbeit war damit ausgeschlossen, und so konnte man sich fragen, ob es
sinnvoll war, eine zahlenmäßig ohnehin schon sehr reduzierte Mönchsgemeinschaft
in Algerien, die nun auch nicht mehr die Möglichkeit hatte, vor Ort neue
Mitglieder zu gewinnen, noch länger aufrechtzuerhalten. Also beschlossen die
Oberen des Zisterzienserordens, das Kloster zu schließen. Doch Kardinal Duval,
der in der Gemeinschaft von Tibhirine schon seit Langem sein Ideal einer
christlichen Präsenz verwirklicht sah, protestierte energisch, und das Kloster
wurde nicht geschlossen. Diese schlichte Präsenz einer christlichen
Gemeinschaft von Mönchen gleich welcher Nationalität inmitten einer
muslimischen Bevölkerung schien ihm von allergrößter Wichtigkeit zu sein. Die
Gemeinschaft blieb erhalten, und ihr Zeugnis erblühte mit dem Tod von sieben
ihrer Mitglieder im Jahr 1996.
Irgendwann gleich nach der Unabhängigkeit 1960
bestand die Gemeinschaft nur mehr aus zwei oder drei Personen. Daraufhin wurde
sie durch Mönche aus verschiedenen Gemeinschaften verstärkt, die
unterschiedlichen monastischen Traditionen angehörten. Sie alle waren starke
Charaktere, die sich entschlossen hatten, nach Algerien zu kommen. Aus solchen
Männern eine homogene Gemeinschaft zu bilden, war ganz sicher nicht einfach.
Und doch gelangten sie durch den Dialog, durch das Gebet und durch eine
kontemplative Aufmerksamkeit für das, was Gott ihnen zeigen wollte, zu einer
tiefen Einheit, die sie in den drei letzten, anspruchsvollen und sehr
gefährlichen Jahren ihres Lebens zusammenschweißte.
Man muss nicht eigens betonen, dass
Christian de Chergés Ankunft ein entscheidender Moment für die Gemeinschaft war.
Er hatte einen ganz eigenen Berufungsweg zurückgelegt. Als Spross einer
Offiziersfamilie hatte er seine Kindheit in Algerien verbracht, wo seine Mutter
ihn dazu erzogen hatte, den Algerier und den Muslim zutiefst zu respektieren.
Während des Krieges war er dann als junger Offizier nach Algerien zurückgekehrt
und hatte sich mit einem muslimischen Araber angefreundet, der ihm später das
Leben rettete und dabei umkam. Ein Sohn dieses Mannes war bei der
Seligsprechung anwesend. Nach einer ersten Zeit als Weltpriester der Diözese
Paris fühlte er sich zum kontemplativen Leben berufen und entschied sich für
das Kloster Notre-Dame de l'Atlas in Tibhirine. Mit dem Einverständnis seiner
Oberen studierte er zunächst am PISAI in Rom arabische Sprache und Kultur und eignete
sich gründliche Kenntnisse über den Islam an. Er entwickelte eine große Liebe
zu dieser Religion und beteiligte sich mit seiner Gemeinschaft intensiv am
interreligiösen Dialog. Nachdem diese ihn 1984 zu ihrem Prior gewählt hatte,
richtete er sie noch ausdrücklicher auf diesen interreligiösen Dialog aus, der
die anderen im alltäglichen Leben, in der Brüderlichkeit und in der
Gemeinschaft bereits praktizierten Formen der Gemeinschaft krönen sollte.
Im Lauf der Jahre wurde das Kloster von
Tibhirine zu einem Schauplatz dieses christlich-muslimischen Dialogs. Das war
nicht das Ergebnis einer irgendwie kalkulierten Strategie, sondern die Frucht
einer natürlichen Entwicklung. Tiefreligiöse Muslime begannen nach und nach, im
Kloster ein- und auszugehen. In der Folgezeit gründete sich die Gruppe Ribât
es-salâm für den christlichmuslimischen Dialog, die sich regelmäßig zu Gebet
und Austausch im Kloster traf. (Drei der elf Missionare, die vor den Brüdern
von Tibhirine ermordet worden waren, gehörten dieser Gruppe an.)
Einige Jahre nachdem Christian zum Prior
gewählt worden war, erklärte sich die Gemeinschaft auf Drängen des Bischofs von
Rabat bereit, im Bistum Fez in Marokko eine Niederlassung zu gründen. Diese
Gründung diente mehreren Zwecken. Erstens wurde dadurch in Marokko, einem durch
und durch muslimischen Land, eine kontemplative christliche Präsenz nach dem
Muster des algerischen Tibhirine etabliert. Zweitens hatten einige ältere
Mitglieder von Notre-Dame de l'Atlas, die sich mit Christians Neuausrichtung der
Gemeinschaft nicht so recht anfreunden konnten, nun die Gelegenheit, in Marokko
eine christliche Präsenz fortzuführen, die weniger explizit in den
interreligiösen Dialog involviert war. Und drittens schließlich erhielt die
Gemeinschaft von Notre-Dame de l'Atlas damit die von der Vorsehung bestimmte
Chance, die Tragödie von 1996 zu überleben.
Blicken wir nun auf die Jahre, die der
Tragödie vorangingen. 1988 mehrten sich bei der algerischen Bevölkerung die
Anzeichen der Unzufriedenheit mit einer als korrupt wahrgenommenen Regierung.
Diese Unzufriedenheit nahm immer mehr zu und begünstigte den Aufstieg der
islamistischen Bewegung Front Islamique du Salut („Islamische Heilsfront",
FIS). Ende 1991, als sich abzeichnete, dass die FIS als Sieger aus den
nationalen Wahlen hervorgehen würde, unterbrach das Militär den Wahldurchgang
und übernahm von neuem die Macht. Damit trat Algerien in eine Phase der
bewaffneten Gewalt ein, die bislang zwischen 200.000 und 250.000 größtenteils
zivile Opfer gefordert hat — die Binnenvertriebenen nicht eingerechnet, deren
Zahl sich bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf eineinhalb Millionen beläuft.
Sowohl aufseiten der Armee als auch aufseiten der islamistischen
Widerstandsgruppen wurde die Gewalt zunehmend radikal. Die Mönche von Tibhirine
haben sich immer sehr mit der örtlichen Bevölkerung solidarisiert. Deshalb
müssen wir, wenn wir an ihren Tod erinnern, auch an die anderen Opfer denken:
nicht nur an die anderen katholischen Ordensleute, die vor ihnen getötet
wurden, sondern auch an die Tausenden von Algerier, die Opfer derselben Gewalt
geworden sind. Zu diesen Opfern kann man auch die vielen Imame rechnen, die
ihre Aufrufe zum Frieden und ihre Ablehnung jedweder Gewalt — seitens der
Islamisten wie seitens der Armee — mit dem Leben bezahlt haben.
Weiter oben habe ich den »Besuch« erwähnt,
den eine Gruppe bewaffneter Islamisten dem Kloster von Tibhirine am Abend des
24. Dezember 1993 abstattete. Es lohnt sich, hierauf näher einzugehen. Der
Anführer der Gruppe, Emir Sayah Attiyah, war als Terrorist bekannt und
berüchtigt für seine erschreckende Gewaltbereitschaft. Er war für den Tod der
zwölf Kroaten verantwortlich gewesen, und in Sicherheitskreisen hieß es, er
hätte 145 Menschen massakriert. Sein Wortwechsel mit Pater Christian, dem
Oberen der Gemeinschaft, war außergewöhnlich. Pater Christian berief sich auf
den Koran; er sagte, das Kloster sei ein Ort des Gebets, zu dem noch nie eine
Waffe vorgedrungen sei, und verlangte, dass das Gespräch außerhalb des Klosters
stattfand. Attiyah ließ sich darauf ein. Er stellte an die Mönche, „Männer der
Religion" wie er und seine Gruppe von Islamisten, drei
Kooperationsforderungen. Auf jede davon entgegnete Christian, dass dies nicht
möglich sei; jedes Mal erklärte der Emir: „Ihr habt keine Wahl"; und jedes
Mal antwortete Christian: „Doch, wir haben eine Wahl". Als er ging, sagte
er, er werde seine Abgesandten mit einem Passwort schicken. Als Christian
abschließend zu ihm sagte: „Wir bereiten uns auf Weihnachten vor, das Fest des
Friedensfürsten, und ihr kommt mit Waffen hierher", antwortete er:
„Entschuldigen Sie, das habe ich nicht gewusst.
Das Wunder war nicht nur, dass Sayah
Attiyah an diesem Abend seiner Wege ging, ohne die Mönche zu misshandeln oder
umzubringen, sondern auch, dass er weder zurückkam noch Abgesandte schickte.
Als er etwa zwei Monate später bei einem Kampfmit den Sicherheitskräften schwer
verwundet wurde, rang er neun Tage lang in den Bergen ganz in der Nähe mit dem
Tod, verzichtete jedoch darauf, den Arzt des Klosters holen zu lassen: Das war
eine seiner Forderungen gewesen, auf die Christian ihm entgegnet hatte, dass er
ihnen nicht entsprechen könne. Die Mönche haben ihre Sicherheit nie mit
irgendeinem Zugeständnis erkauft, und sie haben nie irgendeine Form der Gewalt
gutgeheißen; doch jeder Mensch, auch der Terrorist, war und blieb für sie eine
menschliche Person, die Verständnis verdiente. Im Geist von Islamisten wie Ali
Benhadjar, der bei dem Gespräch zwischen Christian und Emir Attiyah dabei war,
entschied dieser damals, dass die Mönche als Männer der Religion von seinen
Männern keine Gewalt erleiden sollten.
Als die algerische Regierung dem Kloster
später eine bewaffnete Schutztruppe aufnötigen wollte, lehnte die Gemeinschaft
diesen Schutz in aller Deutlichkeit und mit demselben Argument ab: An einem Ort
des Gebets und des Friedens ist für Waffen kein Platz.
Nach jeder neuerlichen Tragödie, deren
Opfer in mehreren Fällen enge Freunde der Gemeinschaft von Tibhirine waren,
stellte sich für diese wieder die Frage: Sollte man bleiben oder gehen? Jedes
Mal entschieden sich die Mönche zu bleiben. Weshalb?
In Europa sagten damals einige, sie hätten
ja Verständnis dafür, wenn „Missionare" blieben, um ihr „Apostolat"
fortzusetzen, aber Mönche könnten ihr Gebetsleben doch auch an jedem beliebigen
anderen Ort führen . .. Wer so redet, hat gar nichts verstanden. Das
kontemplative Leben lebt man nicht in irgendeinem abstrakten Raum. Es ist immer
inkarniert, an einem ganz konkreten Ort und in einem ganz konkreten kulturellen
Kontext verwurzelt.
Der Zisterziensermönch, der nach der Regel
des heiligen Benedikt lebt, legt ein Gelübde der Beständigkeit ab. Dieses
Gelübde bezieht sich auf die Treue nicht nur zur monastischen Berufung, sondern
auch zu einer ganz konkreten Gemeinschaft und, solange kein besonderer Auftrag
besteht, zu einem bestimmten Ort. Natürlich kann eine Gemeinschaft als Ganze
ihren Ort wechseln, aber sie muss dabei die Beziehungen bedenken, die sie zur
örtlichen Gesellschaft und Kultur geknüpft hat. Für die Gemeinschaft von
Tibhirine waren ihre Verwurzelung im Atlasgebirge und ihre freundschaftlichen
Beziehungen zur gesamten Bevölkerung von Tibhirine, Draa Esnar und Medea ein
wesentlicher Bestandteil ihres Selbstverständnisses. Bei einer Betrachtung, die
Christian wenige Wochen vor der Entführung während eines Einkehrtags in Algier
gehalten hat, gebrauchte er ein gewagtes Wortspiel:
ich weise auf diesen Unterschied hin: Ich
komme aus den Bergen…“[11]
Die Brüder wussten, dass auch die örtliche
Bevölkerung zwischen zwei gegensätzlichen Gewalten - der der radikalen
Islamisten und der der Armee - gefangen war und keine Möglichkeit zur Flucht
hatte. Für die Mönche wäre die Flucht ein Zeichen mangelnder Solidarität mit
diesen Menschen gewesen, deren Leben sie in Friedenszeiten geteilt hatten. Nach
dem Martyrium von Henri und Paul-Hélène schrieb Christophe[12] in
sein Tagebuch: „Man kann nicht vergessen und fortgehen, ohne Verrat an dem zu
begehen, was eine Gnade der Nähe, der Wahrheitsliebe bleibt" (29. Mai
1995). Mohammed, der Pförtner, hatte zu Christophe gesagt: „Ihr, ihr habt noch
ein kleines Türchen, durch das ihr gehen könnt. Wir: nein, wir haben keinen
Weg, keine Tür. " Und zu Christian hatte ein anderer Nachbar, Moussa,
gesagt: „Wenn ihr geht, dann entzieht ihr uns eure Hoffnung und nehmt uns
unsere Hoffnung." Es wäre nicht christlich gewesen zu gehen. Also blieben
sie. Die Brüder betrachteten ihre Anwesenheit als ein Bekenntnis zu dem Recht, anders
zu sein — ein Recht, das sie für die Bevölkerung in der Umgebung ebenso
einforderten wie für sich selbst.
Sie waren alles andere als naiv.
Unablässig und mit großer Sorgfalt analysierten sie die politische Situation
des Landes und der Region: nicht, um auf politische Weise darauf zu reagieren,
sondern um mit ihrem alltäglichen Leben eine frohbotschaftliche Antwort auf
diese Situation zu geben. Ihre Einigkeit wuchs eher im Gebet als in ihren
Diskussionen und ihrem Austausch. „Die Gewalt macht mich fertig und ich muss
irgendwo Halt finden, damit diese Flut des Todes mich nicht fortreißt",
schrieb Christophe in sein Tagebuch (11. Juli 1995).
Keiner von ihnen sehnte sich nach dem
Martyrium. Sie liebten das Leben und fürchteten den Tod. Doch sie hatten ihn
für den Fall, dass Gott es so wollte, bewusst und ausdrücklich akzeptiert. In
einem Rundbriefvom 21. November 1995 hatten sie geschrieben: „Wenn einer von
uns oder wir alle gleichzeitig gewaltsam sterben, dann ist das nur eine
Konsequenz unserer Entscheidung für dieses Leben in der Nachfolge Christi.[13]
Als in der Nacht vom 26. auf den 27. März
1996 eine Gruppe bewaffneter Männer in das Kloster eindrang und sie Richtung
Medea mitnahm, konnten die, die sie von Bewaffneten umringt durch das Dorf
gehen sahen, den Eindruck gewinnen, sie folgten den Terroristen. In
Wirklichkeit folgten sie Christus.
Wenn sie schon sterben mussten, dann
wollten sie es gut machen! Der alte Bruder Luc, der schon vor langer Zeit den
Wunsch geäußert hatte, dass man bei seiner Beerdigung Edith Piafs Chanson „Non,
je ne regrette rien" spielen solle, hatte am 31. Dezember 1993 — also nur
wenige Tage nach dem dramatischen Besuch an Heiligabend — bei den allgemeinen
Fürbitten in der Eucharistiefeier folgende Bitte formuliert: „Herr, gewähre uns
die Gnade, dass wir ohne Hass im Herzen sterben." Die Inspiration dieser
schönen Bitte ist in Christians Testament wiederaufgegriffen worden.
Tatsächlich glaube ich, dass das bis
hierher Gesagte uns hilft, einige besonders dichte Passagen aus dem Testament
von Christian de Chergé besser zu verstehen und zu ermessen, wie sehr darin
Mystik und Politik zu einer zutiefst christlich inspirierten und christlich
ausgerichteten Solidarität verschmelzen.
In diesem Text, den er, wie wir gesehen
haben, an seine Gemeinschaft, seine Kirche und seine Familie richtet, die er
bittet, für ihn zu beten, macht er deutlich, dass er sich einer kollektiven
Verantwortung für die Gewalt und für das Böse bewusst ist:
Ich habe lange genug gelebt, um zu wissen,
dass auch ich Komplize des Bösen geworden bin, das - leider — in der Welt die
Oberhand zu behalten scheint, Komplize gar des Bösen, das mich blind treffen
könnte.
Der echte Mystiker ist nicht der, der „für
die Sünder" betet, als handele es sich dabei um eine eigene Kategorie von
Menschen. Er betet für sie, weil er sich mit ihnen solidarisiert: weil er weiß,
dass er einer von ihnen ist.
Das Böse, das ihm womöglich persönlich
angetan werden wird, möchte er gerne vergeben, aber er weiß genau, dass nur die
Gnade zur Vergebung befähigen kann, ja mehr noch: Er ist sich seiner
Mitverantwortung für alles Böse, das auf Erden existiert, derart bewusst, dass
er das Bedürfnis fühlt, für das Böse, das ihm widerfahren könnte, selbst Vergebung
zu erlangen:
Ich wünschte mir, wenn es so weit ist,
noch genug Zeit und geistige Klarheit, um die Vergebung Gottes und meiner
Menschengeschwister zu erbitten, und auch, dass ich selbst demjenigen aus
ganzem Herzen vergeben kann, der mich tötet.
In den nun folgenden Zeilen seines
Testaments erklärt Christian unmissverständlich, dass er sich den Tod und sogar
den Märtyrertod keineswegs wünscht. Das Beeindruckendste daran ist die
Begründung, mit der er erklärt, weshalb er sich nicht nach dieser Gnade sehnt:
Ich kann einen solchen Tod nicht wünschen.
Es scheint mir wichtig, das zu bekennen. Ich wüsste wirklich nicht, wie ich
mich freuen könnte, wenn dieses Volk, das ich liebe, wegen meiner Ermordung
pauschal angeschuldigt würde. Zu hoch wäre der Preis für das, was man „die
Gnade des Martyriums" nennen mag, wenn sie einem Algerier geschuldet ist,
wer dieser auch immer sei. Vor allem dann, wenn er bekundet, aus Treue zu dem
zu handeln, was er für den Islam hält.
Sodann spielt er auf die Zerrbilder des
Islam an, die durch einen gewissen radikalen Islamismus begünstigt werden, und
bringt sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass der Islam, der vor allem
anderen ein religiöser Weg ist, mit den Fundamentalismen seiner Extremisten
gleichgesetzt wird. Wenn man bedenkt, dass insbesondere seit dem 11. September
2001 unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung mit allen Mitteln ein Krieg
der Zivilisationen zwischen dem Westen, der der Zweckmäßigkeit halber als
christlich betrachtet wird, und der arabischen Welt konstruiert wird, die man
mit dem Islam, genauer gesagt, mit einem fundamentalistischen Islam
gleichsetzt, besitzen diese Äußerungen heute zweifellos eine noch viel größere
Aktualität.
Algerien und der Islam, das ist für mich
etwas ganz anderes; das ist wie Leib und Seele. Ich habe es zur Genüge
beteuert, glaube ich, im Hinblick auf alles, was ich erhalten habe — so oft
habe ich darin den Leitgedanken des Evangeliums wiedergefunden [.. .].
Im Anschluss daran folgt der im
eigentlichen Sinne mystische Teil dieses Testaments. Christian nimmt Bezug auf
die, die ihn in seinem Dialog mit dem Islam für etwas naiv gehalten haben, und
freut sich bereits darauf, seine muslimischen Brüder und Schwestern mit Gottes
eigenen Augen sehen zu können. Indem er in einer extremen Verdichtung die im
Buch Genesis enthaltene Lehre von der Erschaffung des Mannes und der Frau als
Bild Gottes und ihm ähnlich mit der patristischen Lehre vom Verlust der
Gottähnlichkeit durch die Sünde und ihrer Wiederherstellung durch die Gnade
sowie mit Lévinas' Überlegungen zum Respekt vor der „Andersheit"
kombiniert, malt er sich aus, wie Gott die Ähnlichkeit unter seinen Kindern
wiederherstellt und dabei mit ihren Unterschieden „spielt" — ein bisschen
so, wie ein Kind mit Sand spielt ... oder mit Lehm (eine Anspielung auf die
biblische Schöpfungsgeschichte).
..] dass nun endlich meine brennendste
Neugier gestillt sein wird: Nun werde ich, wenn es Gott gefällt, meinen Blick
in den Blick Gottes, des Vaters, versenken, um so mit ihm seine Kinder aus dem Islam
zu betrachten — so, wie er sie sieht, ganz erleuchtet von der Herrlichkeit
Christi, als Frucht seines Leidens, erfüllt von der Gabe des Geistes, dessen
geheime Freude es immer sein wird, Gemeinschaft zu schaffen und die Ähnlichkeit
wiederherzustellen, indem er mit den Unterschieden spielt.
Dieser wunderbare Text endet mit einem
„Danke", das sich nicht nur an Gott, sondern auch an seine Familie, an
alle seine Lieben, an alle seine Freunde richtet und das er auch auf den
ausweitet, der ihn womöglich ermorden wird:
Und auch du, Freund meines letzten
Augenblicks, der du nicht weißt, was du tust! Ja, auch für dich soll dieses
Danke sein, und dieses „A-Dieu" [Hin-zuGott], das du beabsichtigt
[en-visagé] hast. Möge es uns geschenkt sein, uns als glückliche Schächer im
Paradies wiederzusehen, wenn es Gott, dem Vater von uns beiden, gefällt. Amen.
Insch'Allah
Beachten wir en passant die vermutlich an
Lévinas (den er zu dieser Zeit gerade las) angelehnte Bedeutung, die er dem
(bei ihm übrigens in zwei Wörtern, mit Bindestrich geschriebenen) Wort
en-visagé, »an-gesichtet«, gibt. Überschrieben hatte er sein Testament damals
mit den Worten Quand un A-DIEU s'envisage: „Wenn ein A-DIEU in Sicht ist",
im Sinne von: „wenn der Weg zu Gott (à Dieu) ein Gesicht annimmt oder ein
Gesicht bekommt". Er will also im Gesicht seines Henkers die Manifestation
Gottes erkennen.
Wie tief der Eindruck auch immer sein mag,
den ihr Tod in Algerien, in Frankreich und andernorts hinterlassen hat, und
welche Resultate die laufenden Ermittlungen auch erbringen mögen: Wahr bleibt,
dass nicht der Tod, sondern das Leben dieser kleinen Schar von Mönchen die
größte Wirkung gezeitigt hat. Dadurch dass sie unter zunehmend schwierigen und
gefährlichen gesellschaftlichen und politischen Bedingungen ihr alltägliches
Mönchsleben ganz einfach weiterlebten, haben sie sich als echte Mystiker
erwiesen und ihrer mönchischen Berufung zu einem Leben der Gemeinschaft mit
Gott entsprochen, die sich in DER
der Gemeinschaft mit den Brüdern, der
örtlichen Gesellschaft und Kirche und der Kultur ihrer Zeit verkörpert. Man
kann nur hoffen, dass die tieferen Wirkungen, die diese Gemeinschaft
hinterlassen hat, Algerien helfen werden, den Kreislauf der Gewalt, die es noch
immer heimsucht, gänzlich zu durchbrechen und zu einem immer größeren
Verständnis und immer intensiveren Dialog zwischen Muslimen und Christen zu
gelangen. Mystiker schwimmen oft gegen den Strom. Das Zeugnis der 19 am 8.
Dezember 2018 in Oran seliggesprochenen Märtyrer stemmt sich wahrhaftig gegen
den ganzen Strom der derzeitigen Eroberungsmentalität, die überall auf der Welt
eine bestimmte Gesellschafts- und Kulturform durchsetzen will.
Die Begegnung mit dem Anderen, über die
sich die mystische Erfahrung im Wesentlichen definieren lässt, kann niemals
ohne die Begegnung mit dem Anderen — jedem Menschen, wer auch immer es sein mag
— in der vollumfänglichen Akzeptanz und Achtung seiner „Andersheit"
erfolgen. Zum „Märtyrer" wird man dann, wenn man diese Begegnung selbst
dort, wo sie stört, ganz einfach weiterlebt.
Übersetzung: Gabriele
Stein, Köln
[1] VEILLEUX, Armand: La rencontre de l'Autre au cœur de la violence. Le
message des sept moines de Tibhirine, in: EI-Kalima. Bulletin de dialogue entre
chrétiens et musulmans, Nr. 110 (Jul.— Sep. 2016), S. 7—24. EI-Kalima ist die
mittlerweile eingestellte Zeitschrift des gleichnamigen belgischen Zentrums in
Brüssel (Centre chrétien pour les relations avec l'lslam, mehr online unter:
http://elkalima.be/)„ Ein herzlicher Dank für die Erlaubnis zur
Veröffentlichung!
[2] Siehe
auch „Seligsprechung algerischer Märtyrer am 8. Dezember 2018", Vatican
News vom 14, September 2018, online unter:
https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2018-09/seliŒ sprechung-maertyrer-algerien.html
(letzter Abruf: 25. Februar 2019).
[3] Siehe hier und im
Folgenden TEISSIER, Henri : « La béatification des dix-neuf martrs
d’Algérie », OASIS vom 6. Dezember 2018, online unter : https://www.oasiscenter.eu/fr/beatification-des-martys-d-algerie
(lezter Abruf: 25 Februar 2019)
4
[4]
Siehe ebd.
[5] Unser
Leben war gegeben in: CIBEDO-Beiträge Nr. 4/ 2010, S. 156—164, ursprünglich
französisch erschienen in: Se Comprendre Nr. 9—10/2010.
[6] Eine Reflexion des Testaments von Tibhirine vor dem Hintergrund der Mystik
und ihrer Bedeutung für den christlichislamischen Dialog, verfasst von
Christian Salenson, findet sich ebd., S. 159-164. Ubersetzungen des Testaments
in weitere Sprachen, auch ins Arabische, finden sich online unter: https://
wwwoocso.org/history/saints-blesseds-martyrs/testament-ofchristian-de-cherge/
(letzter Abruf: 25. Februar 2019).
[7] Daneben findet sich in dem CIBEDO-Beitrag auch ein Text von Christian Chessel,
dem jüngsten der vier Weißen Väter, die schon Ende 1994 in Tizi Ouzou ermordert
wurden. Sein Text Mission der Schwachheit ist eine tief spirituelle und nicht
zuletzt stark an der Schrift orientierte Reflexion über missionarisches Wirken
unter Muslimen, die anscheinend bisher kaum rezipiert wurde.
[8] Die
Übersetzung des Testaments von Tibhirine ist hier und im Folgenden entnommen
aus SALENSON, Christian: Den Brunnen tiefer graben: Meditieren mit Christian de
Chergé, Prior der Mönche von Tibhirine, übertragen von Stefan Liesenfeld,
München u, a. 2010, S. 8 ff. Die Übersetzung in CIBEDOBeiträge Nr. 4/2010, S.
156—164 ist näher am französischen Original, aber etwas schwieriger zu lesen.
9
[9]
Anm. der Redaktion: Die Erwähnung der Mönche von Tibhirine findet sich im
Apostolischen Schreiben Gaudete et exsultate vom 19. März 2018 (online unter:
https://wmvatican.va/content/ francesco/de/apost_exhortations/
documents/papa-francesco ![]()
letzter Abruf: 5. März 2019).
10
Anm. der Redaktion: Die
Untersuchung findet sich in DELPAL, Bernard: Le silence des moines. Une
filiation Trappiste au XIXe Siècle, France, Algérie, Syrie, Beauchesne 1998.
11
AAnm. der Redaktion: Die
Mönche von Tibhirine nannten die Aufständischen „unsere Brüder aus den
Bergen", die Regierungstruppen hießen „unsere Brüder aus der Ebene",
[12] Anm. der Redaktion: Vermutlich handelt es sich um Christophe Lebreton OCSO,
einen der sieben ermordeten Mönche, siehe online unter:
http://www.zisterzienserlexikon. de/wiki/Lebreton,_Christophe (letzter Abruf:
25. Februar 2019).
[13] Zitiert
nach: Sept Vies pour Dieu et l'Algérie. Paris 1996, S. 180.